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Kleiner Schlüssel, großes Ärgernis: Wenn der Briefkastenschlüssel fehlt

Kleiner Schlüssel, großes Ärgernis: Wenn der Briefkastenschlüssel fehlt

Er ist der unscheinbarste Schlüssel am Bund, und genau deshalb fällt sein Verlust oft erst auf, wenn es zu spät ist: Der Briefkastenschlüssel ist weg, und im Kasten stapeln sich Rechnungen, Behördenpost und womöglich ein Einschreiben-Benachrichtigungszettel, der eine Abholfrist in Gang setzt. Anders als bei der Wohnungstür gibt es hier keinen Notdienst, der mal eben aufsperrt. Dafür ist der Ersatz einfacher zu beschaffen, als die meisten glauben.

Der Blick gehört zuerst auf das Schloss und auf einen eventuell noch vorhandenen Zweitschlüssel. Bei fast allen gängigen Briefkastenschlössern, etwa von BURG-WÄCHTER, Renz oder JU, ist eine Nummer in den Schlüssel oder in den Zylinder eingeprägt. Diese Schlüsselnummer ist der Code, nach dem der Schlüssel gefertigt wurde. Mit ihr lässt sich ein Briefkastenschlüssel nachmachen, ohne dass ein Original eingeschickt werden muss. Die Bestellung läuft online, kostet ab 10,50 Euro und dauert mit Versand ein bis drei Tage. Ist keine Nummer mehr zu entziffern, hilft ein Foto des Zweitschlüssels oder des Schlosses weiter.

Damit ist der häufigste Fall abgedeckt, nämlich der verlorene Einzelschlüssel bei erhaltenem Zweitschlüssel oder lesbarem Zylinder. Wer dagegen gar keinen Zugang mehr zur Nummer hat, tauscht besser gleich das ganze Schloss. Briefkastenzylinder sind genormte Massenware, im Baumarkt ab etwa 10 bis 20 Euro zu haben und mit zwei Handgriffen montiert. Voraussetzung ist allerdings, dass der Kasten offen ist oder sich über die Entnahmeklappe entriegeln lässt.

Mieter in Mehrfamilienhäusern sollten vor dem Schraubenzieher zur Hausverwaltung greifen. Briefkastenanlagen im Hausflur gehören zum Gemeinschaftseigentum, ein eigenmächtig aufgebrochenes Fach kann teuer werden. Die Verwaltung bestellt in solchen Fällen ein neues Schloss beim Hersteller der Anlage. Das ist der korrekte Weg, er dauert allerdings erfahrungsgemäß zwei bis sechs Wochen. Wer die Schlüsselnummer noch hat, umgeht diese Wartezeit mit dem nachbestellten Schlüssel komplett und muss die Verwaltung nur informieren statt auf sie zu warten.

Was in der Zwischenzeit mit der Post passiert, lässt sich regeln. Die Deutsche Post lagert Sendungen nicht endlos, und wichtige Schreiben von Behörden oder Gerichten gelten unter Umständen als zugestellt, sobald sie im Kasten liegen. Wer absehbar mehrere Wochen nicht an sein Fach kommt, kann einen Lagerservice beauftragen oder die Post vorübergehend an eine andere Adresse umleiten lassen. Beides kostet wenige Euro und erspart verpasste Fristen.

Für die Zukunft empfiehlt sich das, was bei Haustürschlüsseln längst üblich ist: die Nummer des Briefkastenschlüssels einmal fotografieren und das Bild in der Cloud oder im Familienchat ablegen. Der Schlüssel selbst kann dann verloren gehen, seine Daten nicht. Aus dem großen Ärgernis wird damit eine Bestellung von fünf Minuten, und der Stapel im Kasten ist drei Tage später wieder erreichbar.

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